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Silent Green

Gemeinsam mit Frankfurt UAS starten wir das Forschungsprojekt für leisere und sauberere Müllentsorgung

Um Ressourcen zu schonen und zugleich die Luft- und Lebensqualität für die Menschen in der Stadt zu verbessern, machen wir uns zusammen mit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) gemeinsam auf den Weg: Mit Unterstützung des Landes Hessen testen wir die Potenziale eines Müllsammelfahrzeugs mit neuem erdgas-elektrischen Hybridantrieb. Erstmals werden bei diesem Projekt auch Abgasemissionen der dieselbetriebenen Müllsammelfahrzeuge im Echtbetrieb gemessen.

Der Name des Projekts und zugleich des neuen, 26 Tonnen schweren Testfahrzeugs: „Silent Green“. Es basiert auf einem Mercedes-Econic-Fahrgestell und wird mit einer Kombination aus Erdgas- und elektrischem Antrieb bewegt. Mit Erdgas fährt das Fahrzeug ins Sammelgebiet und zurück. Beim Leeren der Mülltonnen im Stop-and-Go-Betrieb wechselt es dann in den Elektromodus. Dies gilt auch für den Entsorgungsaufbau: Ein erdgasbetriebener Generator erzeugt den für das Presswerk und die Lifter benötigten Strom. Beim Bremsen wird zudem Energie zurückgewonnen, in extrastarken Kondensatoren zwischengespeichert und beim Anfahren wieder abgerufen.

Diese Kombination von Erdgas- und elektrischem Antrieb gibt es bisher nicht. Wir setzen große Hoffnungen auf das neue Fahrzeug, das den Weg in eine leisere und schadstoffärmere Abfallentsorgung weisen könnte. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren angelegt und wird mit 421.900 Euro von der HA Hessen Agentur GmbH im Rahmen des Förderprogramms „Förderung der Elektromobilität“ mitfinanziert (HA-Projekt-Nr.: 523/17-05). Davon fließen 144.000 Euro in das Fahrzeug, das mit 500.000 Euro mehr als das Doppelte eines herkömmlichen Müllsammelfahrzeugs kostet.

Die Tests sollen zudem zeigen, nach wie vielen Jahren im Betrieb sich der höhere Anschaffungspreis rentiert. FES-Geschäftsführer Dirk Remmert betont, dass es sich um einen Pilotversuch handelt. „Den Nachweis der Praxistauglichkeit muss ‚Silent Green‘ erst erbringen, wir machen uns hier auf den Weg ins Ungewisse. Als zukunftsorientiertes und der Nachhaltigkeit besonders verpflichtetes Unternehmen sind wir bereit zu dieser Pionierleistung und freuen uns darauf.“

„Silent Green“ wird aktuell durch das Unternehmen Faun in Osterholz-Scharmbeck gebaut und Mitte nächsten Jahres betriebsfertig bei FES in Frankfurt präsentiert. Ab sofort geht ein dieselbetriebenes Fahrzeug (EURO VI) auf Tour durch Frankfurt, das von der Frankfurt UAS mit modernster Messtechnik ausgestattet worden ist. Neben Lärm, Verbrauch, CO- und CO2-Ausstoß, Feinstaub (Partikelmasse und Anzahl) und Gesamtkohlenwasserstoffen werden auch die Stickoxide ermittelt. Aufgenommen in den Vergleichstest sind aber auch Verschleiß, Wartungsdichte, Fahrdynamik und – nicht zuletzt – die Erfahrungen der Besatzung. „Das dieselbetriebene Müllsammelfahrzeug soll mit ‚Silent Green‘ in jeder Hinsicht verglichen werden. Dazu erfassen wir alle messbaren Abgaswerte und relevanten Beurteilungskriterien. Als Ergebnis wollen wir so die Vor- und Nachteile der Kombination von Erdgas- und elektrischem Antrieb erhalten“,  sagt Professor Holger Marschner vom Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt UAS, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.  An der Frankfurt UAS wird ein Wissenschaftler seine Promotion mit „Silent Green“ bestreiten.

FES-Geschäftsführer Dirk Remmert: „Es ist auch das erste Mal überhaupt, dass die realen Verbrauchs- und Emissionswerte der in der Entsorgungsbranche weit verbreiteten Dieselfahrzeuge von unabhängiger Seite ermittelt werden. Diese Erkenntnisse allein sind für unseren Betrieb schon sehr wertvoll. Bisher arbeitet die gesamte Entsorgungsbranche nur mit den Prüfstandswerten der Herstellerfirmen, die selbstverständlich ihre Grenzen haben: Das ständige Anfahren und Abbremsen eines Müllsammelfahrzeugs in Verbindung mit dem Leeren der Tonnen unter realen Verhältnissen sind Prozesse, die nicht so einfach zu simulieren sind.“ Bei uns arbeiten zwei Projektmanager und ein technischer Berater seit 2015 für das Projekt. Dem Rhein-Main-Gebiet kommt als stark wachsendem Ballungsraum und zentraler Mobilitätsdrehscheibe eine wichtige Rolle im Umwelt- und Klimaschutz zu.


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