Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sie zählen nicht Dienstjahre, sondern Winter

Ein Straßenreiniger bei FES rechnet seine verbleibende Zeit bis zur Rente nicht in Jahren, sondern in Wintern. Ein Kantinengespräch wie dieses ist also durchaus typisch: „Und, wie lange musst Du noch arbeiten?“ – „Mit dem jetzt hab‘ ich noch acht Winter.“

Für die besondere Bedeutung des Winters gibt es viele Gründe: Offensichtlich ist da die Kälte, die den Mitarbeitern trotz warmer Arbeitskleidung körperlich viel abverlangt. In der kalten Jahreszeit, die bei FES offiziell von Anfang November bis Ende März dauert, können die 320 Frauen und Männer auch nicht einfach so Urlaub nehmen. Sie müssen damit rechnen, von einem Tag auf den anderen in Bereitschaft versetzt zu werden.

 

Ihr Dienst beginnt meist um 6 Uhr früh, je nach Wetter oder Straßenverhältnissen aber auch früher oder später. Für den Fahrer eines Großstreuers ist 4 Uhr normal.  Die Räum- und Streupflicht gilt ab dem Einsetzen des Berufsverkehrs bis 22 Uhr, an sieben Tagen pro Woche. Zehn-Stunden-Arbeitstage sind im Winter daher nicht ungewöhnlich. Und letztes Jahr schneite es in Frankfurt drei Mal und immer an einem Sonntag.

Den Belastungen im Winter steht auf der anderen Seite die besondere Bedeutung der Arbeit gegenüber. Während im übrigen Jahr die Sauberkeit und Hygiene der Stadt im Vordergrund steht, geht es im Winter um sichere Mobilität der in Frankfurt lebenden und arbeitenden Menschen. Tagsüber sind das über eine Million. Eine hohe Verantwortung.

Während sich die Fahrer der Großstreuer um die verkehrswichtigen Straßen der Stadt kümmern, streuen die Arbeitsgruppen die Radwege, Über- und Unterführungen, Fußgängerüberwege, Zugänge zu Haltestellen des ÖPNV und allgemein Stellen, die besonders glatteisanfällig sind. Alle Verkehrsteilnehmer sind der Straßenreinigung gleich wichtig. Aber natürlich haben viel frequentierte und besonders gefährdete Verkehrswege Vorrang.

Für die Mitarbeiter kommen zu Schnee, Eis und Glätte in dieser Jahreszeit weitere Herausforderungen: spätes Laub und Silvestermüll müssen im Januar besonders schnell von der Straße, da sie bei Nässe sonst festfrieren können. Auch viele Tannenbäume müssen jetzt aus der Stadt entsorgt werden. Und mit den Fastnachtsumzügen in Frankfurt und Klaa Paris naht Anfang März ja schon die nächste große Aufgabe. Erst Ende März heißt es dann in Kantine: „Wieder ein Winter geschafft.“