Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie hier.

Picker – Kein Job wie jeder andere

Morgens um acht Uhr geht es los: Emin Eroglu holt seine Caretta, einen HandWagen mit zwei kleinen Müllbehältern, sowie seine Pickerzange auf der FES-Betriebsstätte in der Mannheimer Straße ab und fährt mit seinem Kollegen im Kehrichtsammelwagen in Richtung Bahnhof.

Das gesamte Bahnhofsviertel, von der Mainzer Landstraße bis zur Wilhelm-Leuschner-Straße, ist für die nächsten sechseinhalb Stunden sein Revier. Sein Job bei der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH nennt sich „Picker“, da er mit der Zange alles das „aufpickt“, was seine Kollegen der Straßenreinigung mit der Kehrmaschine nicht erfassen können oder was in Fugen oder Rinnsteinen liegen bleibt. Und das ist ganz schön viel: Zigarettenstummel, Kaugummipapier, Fahrkarten, Windeln, Kleidung, Schuhe. „Eigentlich alles, was man sich vorstellen kann“, fasst es Einsatzleiter Marco Wilhelm zusammen. Und das ist im Bahnhofsviertel wesentlich mehr als in anderen Stadtteilen. Denn dort finden sich auch schon mal Fixerbestecke und menschliche Exkremente auf Gehwegen und Straßen. Eroglu entfernt das mit einer kleinen Schaufel und wenn es zu viel ist, ruft er seine Kollegen der Straßenreinigung an. Sie kommen dann mit einem Wasserwagen, um die Reste zu beseitigen.

„Hier im Bahnhofsviertel brauche ich zuverlässige Mitarbeiter“, sagt Wilhelm. Bei ihm sind zwei Picker der FES im Einsatz. Sie bekommen einen enormen Vertrauensvorschuss, da sie in der Regel allein arbeiten. Nach einem vorgegebenen Plan drehen sie zu Fuß ihre Runde durch das Viertel. Der Kollege, der auf dem Kehrichtsammelwagen unterwegs ist und Papierkorbinhalte leert, kommt bei größeren Gegenständen zu Hilfe. Doch dann geht es wieder alleine weiter für Emin Eroglu und seine insgesamt acht Picker-Kollegen im Stadtgebiet. „Es ist wirklich kein einfacher Job“, so Wilhelm. Aber einer, der gemacht werden muss. Die geringe Beschwerdequote zeigt, dass die Picker ihren Job gut machen. Denn ohne sie, würde es an der einen oder anderen Ecke von Frankfurt nicht so sauber sein, wie jetzt.