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„Manchmal steht uns das Laub bis zum Knöchel“

Es heißt wieder Ärmel hochkrempeln für Ahmed und seine rund 300 Kollegen bei der FES-Straßenreinigung. Mit dem Beginn des Herbst stoßen die Bäume ihre Blätter ab – und das nicht zu knapp: Etwa 3500 Tonnen Laub fallen in zweieinhalb Monaten auf Frankfurts Straßen und Plätze.

„Wir haben deutlich mehr zu tun als zu anderen Jahreszeiten“, sagt der 32-jährige Ahmed, der mit seiner Kehrmaschine vor allem in den nördlichen Stadtteilen im Einsatz ist: Bonames, Kalbach, Harheim, Niedereschbach, Nieder-Erlenbach – allesamt Stadtteile, in denen viele Bäume stehen. „Richtig extrem ist es auf dem Ben-Gurion-Ring. Manchmal muss ich da an einem Tag bis zu 20 Mal aufgesammeltes Laub abladen“, erzählt er. 

Der Auffangbehälter seiner Kehrmaschine fasst 1,5 Kubikmeter. Mit Hilfe einer Wasserdüse wird das Laub auf der Straße erst angefeuchtet. Über einen Staubsauger wird es angesaugt und durch ein Rohr in den Tank befördert. Nasses Laub hat den Vorteil, dass es kompakter ist und Ahmed mehr davon aufnehmen kann. Trotzdem verstopfen wieder und wieder die Rohre und Öffnungen. Nicht selten muss Ahmed deshalb aussteigen und seine Maschine reinigen.

Seine Kollegen arbeiten auch mit elektrischen Laubbläsern. Die sind deutlich leiser als früher die benzinbetriebenen. Oder sie kehren das Laub mit Besen zwischen den Autos heraus. Ganz klassisch sozusagen. „An der Lochmühle in Niedererlenbach“, so erzählt er, „steht den Kollegen das Laub manchmal bis zum Knöchel.“ 

Die Blätter fallen nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Gut möglich also, dass eine Windböe den optisch guten Eindruck nach der Arbeit gleich wieder zunichtemacht. Aber der Laubdienst ist auch nichts für Perfektionisten, weiß Ahmed. „Das muss man ein Stück weit akzeptieren.“ Um das mit der Kehrmaschine aufgenommene Laub nicht jedes Mal bis in die FES-Betriebsstätte fahren zu müssen, richten er und seine Kollegen Sammelstellen ein, an denen die Kehrmaschine abkippen kann: Frankfurts Laubberge. Sie werden mit Hilfe von Greiferfahrzeugen nach und nach abgefahren.

Ahmed wird die Wettervorhersage in den nächsten Wochen sehr genau beobachten. Sein Wunsch: Kein Bodenfrost bis Mitte Dezember, denn bei Frost beschleunigt sich der natürliche Prozess. „Für uns ist das schlimmste, wenn das ganze Laub auf einmal fällt und danach gleich Bodenfrost kommt. Dann frieren die Blätter fest und man kann erst mal gar nichts machen.“ Zumal Ahmed und seine Kollegen sich dann auf wintersichere Straßen konzentrieren müssen. Denn Sicherheit kommt vor Optik.