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Mit Hochdruck und früh bei der Arbeit

Salvatore ist Nassreiniger, und Nassreiniger sind für fast alles zuständig. Salvatore reinigt Tunnelwände. Er befreit Brücken oder Sitzbänke von Taubenkot.

Fünfmal im Jahr löst er die Kaugummis von der Zeil. Zwischendurch versprüht er Duftstoffe in stinkenden Ecken. Und wenn man ihn ruft, entfernt er auch Graffiti.

„Die Abwechslung ist es, die diesen Job interessant macht“, erzählt er. „Und es ist schön, dass man das Ergebnis seiner Arbeit sofort sieht.“ Seit elf Jahren ist der Hochdruckspüler Salvatores Arbeitsgerät. Er ist viel herumgekommen, kennt die Stadt fast besser als seine Westentasche. Zu jener gehören aber eben auch die Unorte. Ecken, die man einem Gast nicht zeigen würde. Der Geruch – Teil des Jobs.

Da Salvatore und seine Kollegen fast immer an Orten arbeiten, wo sich tagsüber viele Menschen aufhalten, muss er früh anfangen. „Um 5 Uhr fahren wir vom Hof. Wir können sonst nicht richtig arbeiten.“ Diesen Sommer, als es so heiß war, wurde es auf der Zeil um 6 Uhr morgens schon eng. Salvatore erinnert sich: „Das war eindeutig. Die Leute sind früher aufgestanden.“

In der Regel sind die Nassreiniger zu zweit unterwegs. Während Salvatore reinigt, muss der Kollege aufpassen, dass kein Fußgänger oder Radler dazwischenkommt. Kaugummis auf der Zeil zählen zu den hartnäckigsten Verschmutzungen überhaupt. Nur mit 220 Bar aus dem Hochdruckspüler und 120 Grad heißem Wasser lassen sich gummiartige Reste lösen. Platte für Platte rücken sie vor.

Die meisten Menschen sind dankbar, dass die Arbeit gemacht wird. „Viele klopfen uns auf die Schulter.“ Das freut Salvatore, dessen gute Laune ohnehin kaum je zu erschüttern ist. Sein Motto: „Du kannst nicht immer ernst bleiben. Das Leben ist doch schon ernst.“ Morgen früh um 3.40 Uhr klingelt dann wieder der Wecker. Doch Salvatore zuckt die Achseln und lacht ein offenes Lachen: „Ich werde doch auch so wach. Und außerdem habe ich früh Feierabend.“